Marx is muss 2011: Der rechtsextreme Kampf gegen den Islam
“Islamfeindlichkeit nach 9/11″. Den Vortrag hält Tom-Dariusch Allahyari.
Protokoll: Danijel Jamrič
Eine paradoxe Situation ergibt sich heute dadurch, dass sich Rechtsradikale als auch die Kirche als vermeintliche Verteidiger der Frauenrechte und der Aufklärung geben. Unter Berücksichtigung der wahren Positionen von Kirche und Rechtsradikale gegenüber Frauen und Frauenrechten wird schnell klar, dass sich dies als reine Islamfeindlichkeit herausstellt (sh. Kopftuch-Debatte) Medien transportieren dieses Bild nicht unbedingt in der Absicht, dieses Bild zu festigen, sondern folgen damit lediglich der Logik des Journalismus (Nachrichtenfaktoren) Islamfeindlichkeit ist nicht erst Resultat der Geschehnisse von 9/11, sondern fand z.B. bereits zur Zeit der iranischen Revolution von 1978/79 ihren Ausdruck in den westlichen Ländern.
Zu der Frage, ob die sg. Islamophobie als Rassismus zu werten sei: Rassismus ist “sehr biegsam”, d.h. der biologistische Rassismus hat sich viel mehr zu einen kulturellen und religiösen Rassismus hinentwickelt. So wurden z.B. aus den “Scheiss-Pakistanis” von vor 20 Jahren heute die “Scheiss-Moslems”.
Heute kann von einer “Islamisierung sozialer Probleme” gesprochen werden, d.h. anhand von Beispielen der Vorwürfe gegen Moslems und Musliminnen bzw. Menschen mit arabischen Hintergrund: Antisemitismus wäre plötzlich ein arabisches oder Phänomen, Moslems würden Frauenrechte achten (sh. Kopftuch-Debatte) oder Faschismus wäre ein türkisches Phänomen (sh. “Graue Wölfe”) Diese Beispiele zeigen, dass in Bezug auf soziale Probleme immer erst Angehörige des Islam oder AraberInnen verantwortlich gemacht werden (Sündenbockmechanismus) was ebenfalls einem Rassismus gleichkommt.
Rassismus erweist sich darum als zweckdienlich für das kapitalistische und imperialistische System, weil es die Spaltung der ArbeiterInnenklasse bzw. der Bevölkerung zum Ziel hat, d.h. ein gegenseitiges Ausspielen von Kulturen betreibt, um so eine (für das System unerwünschte) mögliche Kooperation dieser gesellschaftlichen Gruppen systematisch zu unterbinden.
Islamfeindlichkeit hat sich in den letzten Jahren immer stärker bis in die vermeintliche Mitte (und sogar in die Linke!) der Gesellschaft hin bewegt (sh. Thilo Sarrazin, der Eugenik wieder hoffähig machen möchte; oder Alice Schwarzer; oder Antideutsche) Homosexuelle sowie Juden und Jüdinnen werden von der politischen Rechten im “Kampf gegen den Islam” schamlos instrumentalisiert.
Zum Vorwurf der “Religionsverteidigung in der Linken”, also dem Vorwurf, mit dem Anprangern von Islamfeindlichkeit würde man Religionen verteidigen, kann etwa über Marx berichtet werden, der sich auch ganz klar gegen Antisemitismus aussprach, also auch das Judentum gegen antisemitische Gewalt verteidigte (natürlich zurecht). Lenin forderte die Trennung von Staat und Religion, genauso stark verurteilte er allerdings den religiösen Kampf, d.h. wie es heute funktioniert, die Spaltung, das Aufeinanderhetzen der Gesellschaft, um so eine geeinte, z.B. antikapitalistische Bewegung zu verhindern.
Marx’ berühmte Aussage zur Religion als “Opium für das Volk” ist gemeint als das beinahe verzweifelte menschliche Suchen eines Zufluchtsortes für den Menschen in einer zunehmend herzlosen, gesellschaftlich kalten Welt. Religiöse Menschen sollten daher auch in der vorwiegend atheistischen Linken nicht “von oben herab” betrachtet, sondern akzeptiert und verstärkt vom Kampf gegen Rassismus überzeugt werden. So kann als ein Teil der sg. “Integration” von zugewanderten Menschen in Österreich der Kampf gegen den Neofaschismus und Neonazismus gesehen werden, z.B. in Form von gemeinsamen Demonstrationen oder Aktionen gegen Ungerechtigkeiten.
dj, 2011

Nazis haben nichts gegen den Islam!Safet Babic z.b. ist ein hohes Tier in der NPD!Altnazsi sind auchzum Islam Konvertiert etc.
bibi
November 29, 2011 um 4:56 am
Safet Babic, NPD-Mitglied und Nationalist mit bosnischem Migrationshintergrund, hat folgende Position zum Islam: “Babic hatte bereits lange vor der Kampagne in der Parteizeitung das Verhältnis von ‘nationalem Denken’ im Sinne der NPD und Islam zum Thema gemacht. Er kam zu dem (…) Schluss, dass Islam und Nationalismus ‘nicht miteinander vereinbar’ seien.” (Islamfeindschaft als Kampagnenthema im Rechtsextremismus, Dr. Thomas Pfeiffer)
Dein Kommentar zu Safet Babic als “islamischer Nazi” ist somit unwahr. Dass Altnazis zum Islam konvertiert wären, davon habe ich noch nie gehört und ich halte es ebenfalls für eine absurde Behauptung.
mischkunst
November 29, 2011 um 11:35 am